Angehörige mit Zahnarztangst – Wie zum ersten Termin bewegen?

Mein Partner oder Familienmitglied hat Zahnarztangst. Wie bringe ich meinen Angehörigen dazu, endlich zum Zahnarzt zu gehen?

Leider ist die Antwort fast immer: „Gar nicht!“

Es ist kaum möglich, jemanden mit Zahnbehandlungsängsten oder sogar manifestierter Zahnarztphobie zu einem Besuch zu zwingen. Sie reden seit Jahren auf diese Person ein. Sie müssen mit ansehen, wie sie eine Packung Schmerzmittel nach der anderen in sich hineinschüttet, um überhaupt ein halbwegs erträgliches Leben zu haben. Und trotzdem:

Kein Argument der Welt wird überzeugend genug sein, die panische Angst zu überwinden.

Umdenken muss stattfinden

Aber es gibt andere Dinge, die Betroffene zum Umdenken bewegen können.

Kein Druck bei der Terminabsprache

Kein Druck bei der Terminabsprache

Oft hilft ein starkes emotionales Ereignis wie eine bevorstehende Hochzeit oder die Geburt des eigenen Kindes, das Betroffene dazu bringt, sich aktiv mit der Angst auseinanderzusetzen. Solche Ereignisse werden oft als Anlass genommen, ein Zahntief überwinden zu wollen.

Jetzt sind Sie als Angehöriger gefragt: Sie müssen nun unterstützend tätig werden, damit das Umdenken des Betroffenen Früchte tragen kann. Geben Sie zum Beispiel Tipps zur Terminvereinbarung oder bieten Sie an, diese zu übernehmen.

In unserer Praxis ist es keine Seltenheit, dass Angstpatienten mitunter über mehrere Jahre hinweg immer wieder probiert haben, einen Termin zu vereinbaren. Letztendlich ist es von Vorteil, die Hürde so niedrig wie möglich zu setzen, beispielsweise mit Online-Terminvereinbarungen. Hier entsteht kein persönlicher Kontakt und es ist für den Betroffenen zu bewältigen, da man sich ausreichend Zeit lassen kann – selbst wenn man drei Stunden vor der Website sitzt und der Finger über dem „Absenden“-Button zittert!

Also: versuchen Sie, niemanden zu drängen. Zahnarztphobiker werden sich sofort überfordert fühlen und sich in Ihr dentales Schneckenhaus zurückziehen. Warten Sie stattdessen, bis der Betroffene sich selbst hervorwagt. Dann hilft Ihre Unterstützung am meisten.

Gründe, die Angst vorm Zahnarzt zu überwinden

Bei uns werden Sie freundlich und in angstfreier Atmosphäre beraten.

Bei uns werden Sie freundlich und in angstfreier Atmosphäre beraten.

Übermäßige Angst vorm dem Zahnarztbesuch ist kein Zuckerschlecken. Sie beeinträchtig das ganze Leben, zermürbt, lähmt, zehrt aus. Sie sorgt dafür, dass ein eigentlich kleiner Teil unseres Alltags – das morgendliche und abendliche Zähneputzen – in unserem Kopf einen viel größeren Raum einnimmt, als ihm zusteht. Plötzlich dreht sich alles nur noch um die Zahngesundheit – und wie man es vermeiden kann, darüber nachzudenken.

Die Angst vor dem Zahnarztbesuch ist stark und mächtig, so viel steht fest. Sie scheint unüberwindbar, schwebt ständig drohend im Hintergrund und wirkt überlebensgroß. Es ist so verlockend, einfach klein beizugeben und sich zu verkriechen, nur um sich mit der Angst nicht auseinandersetzen zu müssen.

Warum sollten wir uns trotzdem unserer Angst stellen?

Damit Sie bald wieder angstfrei lächeln können.

Damit Sie bald wieder angstfrei lächeln können.

Auch wenn es verlockend ist, den Kopf in den Sand zu stecken: Wir sollten uns unserer Angst stellen. Dabei ist es egal, ob es sich um Zahnarztangst, Sozialphobie oder eine andere Art von Angsterkrankung handelt. Solange die Furcht uns beherrscht, können wir kein freies Leben führen.

Es gibt viele Gründe, sich seiner Angst zu stellen und den Versuch zu wagen, sie zu überwinden. Die (Zahn-)Gesundheit ist für uns als Zahnarztpraxis natürlich der wichtigste Aspekt. Für Sie als Betroffenen gibt es jedoch noch zahllose weitere Gründe, die Angst zu überwinden.

Gründe, die Angst zu überwinden

Wir haben einige dieser Gründe für Sie zusammengestellt. Vielleicht finden Sie sich ja darin wieder…?

Ich will meine Angst überwinden, weil…

  • … ich nicht im Teufelskreis aus Angst – Vermeidungsverhalten – noch mehr Angst – Angst vor der Angst gefangen sein will!
  • … ich wieder befreit lachen und lächeln will!
  • … ich mich selbst zu schätzen weiß!
  • … ich ein Recht darauf habe, glücklich zu sein!
  • … ich meine Schwächen anerkenne, mich aber nicht von ihnen beherrschen lasse!
  • … ich einen normalen Alltag führen will!
  • … das Gefühl, die Angst überwunden zu haben, einfach großartig ist!
  • … ich es meinem Körper und meiner Gesundheit schuldig bin!
  • … ich aus der Überwindung der Angst auch für andere Lebensbereiche Kraft schöpfen kann!
  • … ich einfach alles schaffen kann, wenn ich das geschafft habe.
  • … ich mit meiner Erfolgsgeschichte später anderen Betroffenen Mut und Hoffnung geben kann.
  • … ich mir mein Leben zurückholen will!

Um meine Angst zu überwinden, werde ich…

  • … die Bewältigung der Angst zu einer Priorität in meinem Leben machen.
  • … mich selbst nicht zu hart werten, wenn ich einmal meine Ziele nicht erreiche.
  • … Hilfe von Familie und Freunden annehmen und auch einfordern.
  • … mich von meinen Erfolgen beflügeln lassen
  • … aus meinen Misserfolgen lernen
  • … professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, wenn ich alleine nicht weiterkomme.

Wir wünschen Ihnen viel Kraft und Mut bei Ihrer Reise in ein angstfreies Leben. Scheuen Sie sich nicht, Hilfe zu suchen und die Herausforderung anzugehen. Es lohnt sich!

Zahnarztinstrumente für die Untersuchung

Grundinstrumentarium für die zahnärztliche Untersuchung

Grundinstrumentarium für die zahnärztliche Untersuchung

Ein Angstfaktor beim Zahnarzt: Die unheimlichen Instrumente! Doch wenn man weiß, was es mit dem Zahnarztbesteck auf sich hat, verliert es seinen Schrecken. Heute werfen wir einen Blick auf das zahnärztliche Grundinstrumentarium: Spiegel, Sonde und Pinzette.

Vor jeder Untersuchung legt unsere Zahnmedizinische Fachangestellte das Besteck neu auf. Es wird in speziellen Staubschutzschubladen gelagert und anschließend auf dem Tray bereitgelegt. Die spätere Reinigung, Desinfektion und Sterilisation des Bestecks nehmen wir übrigens direkt in der Praxis in unserem speziellen zweigeteilten Sterilisations-Raum vor.

Zahnärztliches Grundinstrument: Spiegel

Der Mundspiegel ist das am harmlosesten aussehende Instrument aus dem zahnärztlichen Grundbesteck. Er besteht aus einem vom Griff abgebogenen runden Spiegel, mit dem die Mundhöhle inspiziert werden kann. So können wir auch Teile Ihres Mundraums in Augenschein nehmen, die sonst nicht einsehbar sind.

Es gibt zwei Spiegel-Varianten: der flache Mundspiegel zeigt ein normales Bild, wohingegen der hohle Mundspiegel das Bild vergrößert. Eine wärmespeichernde Einlage sorgt dafür, dass die Spiegeloberfläche nicht beschlägt.

Der Mundspiegel hat noch eine zweite Funktion: Durch seine Oberfläche lassen sich Wange oder Zunge beiseite drücken, damit wir einen besseren Zugang zu bestimmten Bereichen in der Mundhöhle bekommen, ohne dass es für Sie unangenehm ist.

Zahnärztliches Grundinstrument: Sonde

Zahnärztliche Sonde

Zahnärztliche Sonde

Die Sonde ist von den drei hier vorgestellten Instrumenten auf den ersten Blick das furchteinflößendste, auch wenn sie lediglich zur Untersuchung genutzt wird. Sie besteht aus einem Griff mit einer abgebogenen oder abgewinkelten, dünnen Spitze. Es gibt zahlreiche Arten von Sonden, die auf verschiedene Einsatzzwecke hin optimiert sind.

Bei einer normalen Vorsorgeuntersuchung nutzen wir meist eine Universalsonde, aber es gibt auch kuriosere Sonden, wie z.B. Kuhhornsonde, Vor- und Rückenhakensonde, Bifurkationssonde oder Häkchensonde.

Mit Sonden finden wir verschiedenste Dinge über den Zustand Ihres Gebisses heraus: Wir diagnostizieren Karies im Zahnschmelz, stellen Rauigkeiten an der Zahnoberfläche fest und überprüfen den dichten Randschluss von Kronen und Inlays. Auch die Tiefe der Zahnfleischtaschen messen wir mit speziellen Parodontalsonden. Das Sondieren ist übrigens ein absolut schmerzfreier Vorgang.

Zahnärztliches Grundinstrument: Pinzette

Untersuchung beim Zahnarzt

Untersuchung beim Zahnarzt

Pinzetten kennen Sie sicherlich aus dem Alltag, und auch zahnärztliche Pinzetten dienen ganz ähnlichen Zwecken: Sie werden zum Transport von Material hinein in die Mundhöhle und wieder heraus genutzt. Wie auch bei den Sonden gibt es verschiedene Varianten: ungeriffelt, geriffelt und gezähnt.

Bei der Untersuchung nutzen wir Pinzetten, um damit Watterollen zu platzieren und wieder zu entfernen. Außerdem halten wir mit ihnen Wattekugeln, um Speichel abzutupfen. Speichelfreiheit ist besonders beim Einbringen von Füllungen wichtig, da viele Füllmassen keine Feuchtigkeit vertragen. Auch gelockerte Füllungs- und Zahlteile können wir mit Pinzetten entfernen.

Also: Keine Angst vor den komische Gerätschaften, die bei Ihrem Zahnarzt im Behandlungszimmer liegen. Sie sind in Wirklichkeit ganz harmlos.