Zahnarztangst bei Kindern – Welche Ursachen gibt es?

Zahnarztangst ist weit verbreitet. Doch nicht nur Erwachsene sind davon betroffen; besonders Kinder haben oft mit der Angst vorm Zahnarzt zu kämpfen. Studien zeigen, dass etwa jedes zehnte Kind besonders unter Zahnarztangst zu leiden hat.

Diese Kinder leiden doppelt: Zum Einen verhindert die Angst vor dem Zahnarztbesuch die Entwicklung eines selbstverständlichen Umgangs mit der eigenen Mundhygiene. Zum Anderen belastet starke Zahnarztangst häufig auch das Verhältnis zwischen Eltern (die ja nur das Beste wollen) und Kind (das sich mit seinen Ängsten im Stich gelassen fühlt).

Wir zeigen Ihnen, wie sich Zahnarztangst bei Kindern äußert und welche Ursachen es für Zahnarztangst bei Kindern gibt. Im zweiten Teil unserer Blogreihe zeigen wir Ihnen, wie Sie als Eltern vorbeugen und die Entwicklung von Zahnarztangst bei Ihrem Kind verhindern können.

Ausprägungen von Zahnarztangst bei Kindern

Wohl niemand von uns geht gern zum Zahnarzt. Doch wer unter Zahnarztangst leidet, für den ist ein Zahnarztbesuch mehr als nur eine Unannehmlichkeit – sie macht den Aufenthalt im Behandlungszimmer zur Zerreißprobe für die Nerven.

Kinder sind oftmals offener mit ihren Ängsten als Erwachsene. Doch nicht alle Kinder äußern ihre Ängste gleichermaßen. Zahnarztangst kann sich physisch, psychologisch oder durch mangelnde Kooperation äußern.

Physische Reaktionen lassen sich am einfachsten erkennen: Das Kind zittert schon im Wartezimmer; es beginnt zu weinen, wenn es auf den Stuhl soll, oder es schreit beim Geräusch des Bohrers. Diese Ängste sind auf jeden Fall ernst zunehmen. Ein schroffes „Jetzt stell dich nicht so an“ hilft hier nicht weiter, stattdessen sind Verständnis und Einfühlsamkeit gefragt.

Doch nicht jedes Kind zeigt so offensichtlich seine Ängste. Psychologische Reaktionen können von Panik und Hilflosigkeit bis zu Ärger und Wut reichen. Auch mangelnde Kooperation bei der Behandlung muss kein Zeichen von Trotz sein, sondern ist oft der Angst vor der Situation geschuldet – und der verzweifelte Versuch, in einer ausweglosen Situation irgendwie die Kontrolle wiederzuerlangen.

Arten von Zahnarztangst

Doch woher kommt diese Angst überhaupt? Zahnarztangst kann durch direkte oder indirekte Erfahrungen verursacht werden und wird durch unsere angeborenen Ängste verstärkt.

Zu den angeborenen Ängsten gehört bei uns Menschen beispielsweise die Angst vor lauten Geräuschen (Stichwort: Bohrer) oder die Angst vor dem Unbekannten. Ein unheimliches Zahnarztinstrument, das verstörende Geräusche von sich gibt und in älteren Varianten auch noch gruselig aussieht. Kein Wunder, dass viele Kinder bei diesem Anblick dichtmachen!

Hier hilft Aufklärung weiter: „Zeigen, erklären, tun“ heißt das Motto. Ein unheimliches Zahnarztinstrument wird dem Kind zunächst gezeigt und in seinen Einzelheiten erklärt. Erst wenn alle Fragen beantwortet sind und das Kind genau darüber Bescheid weiß, was als nächstes passiert, wird mit der Behandlung fortgefahren.

Doch Aufklärung hilft nicht immer. Einige Kinder haben – leider! – die Erfahrung gemacht, dass ihre Angst vor dem Zahnarzt begründet ist. Direkte negative Erlebnisse aus der Vergangenheit können sich tief ins Gedächtnis einbrennen. Allein die Umgebung in der Praxis, z.B. Zahnarztstuhl oder die unverkennbaren Geräusche sind dann genug, um Angstattacken auszulösen.

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Auch ein freundlicher und offener Umgangston in der Praxis kann Ihrem Kind helfen, Ängste abzubauen.

Bei Zahnarztangst denken viele von uns an die objektiv schlimmen Erfahrungen, die man in der Praxis machen kann: Spritzen, Schmerzen, Unwohlsein oder das Gefühl, vollkommen ausgeliefert und hilflos zu sein.

Doch einen genauso großen Anteil bei negativen Erinnerungen hat auch das Verhalten des behandelnden Zahnarztes: Unfreundlichkeit, Gefühlskälte und Respektlosigkeit durch den Zahnarzt und das Praxispersonal brennen sich viel tiefer ein, als manch ein Beobachter glauben mag. Als Eltern sollten Sie also besonders gut darauf achten, wie Ihr Zahnarzt mit Ihrem Kind umgeht – nicht nur während der Behandlung sondern auch im Zwiegespräch.

Doch für die Entwicklung einer Zahnarztangst muss nicht notwendigerweise eine negative Erfahrung in der Vergangenheit vorliegen. Auch indirekte Erlebnisse können dazu beitragen, beispielsweise das blumig vorgetragene Schock-Erlebnis beim Zahnarzt von Mama oder Papa, das dem Kind die Angst förmlich einimpft.

Auch die Massenmedien tragen ihren Teil zu einer Zahnarzthysterie bei: Angst vom Zahnarzt gehört schon fast zum „guten Ton“. Und auch eine allgemeine Arztangst kann sich beim Zahnarzt manifestieren, weshalb viele Zahnärzte heute auf weiße Kittel & Co. verzichten, um nahbarer zu wirken.

Ganz schön viele Möglichkeiten also, wie Kinder Zahnarztangst entwickeln können! Damit das Problem bei Ihnen gar nicht erst entsteht, zeigen wir Ihnen im zweiten Teil unserer Blogreihe, wie Sie als Eltern vorbeugen können und die Entwicklung von Zahnarztangst bei Ihrem Kind verhindern können.

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