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Was ist Parodontitis und wie wird sie behandelt?

Parodontitis ist eine bakterielle Entzündung des Zahnhalteapparats, bei der sich Zahnfleisch und Kieferknochen zurückbilden – unbehandelt droht Zahnverlust. Sie beginnt fast immer als Zahnfleischentzündung (Gingivitis); das häufigste Warnsignal ist Zahnfleischbluten, später kommen geschwollenes Zahnfleisch, Mundgeruch und gelockerte Zähne hinzu. Hauptursache sind bakterielle Zahnbeläge und Zahnstein, die sich zu Zahnfleischtaschen vertiefen. Bei topDentis Cologne in Köln-Mülheim erheben wir einmal jährlich im Rahmen der professionellen Zahnreinigung den Parodontalen Screening Index (PSI), um eine Parodontitis früh zu erkennen. Die eigentliche Behandlung entfernt die bakteriellen Beläge gründlich ober- und unterhalb des Zahnfleischs und ist bei modernem Vorgehen meist gut auszuhalten – auf Wunsch unter örtlicher Betäubung. Eine konsequente Therapie lohnt sich doppelt: Studien beschreiben einen Zusammenhang zwischen Parodontitis und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Schwangerschaftskomplikationen. Ein ursächlicher Beweis steht aus; die Mundgesundheit ernst zu nehmen, ist trotzdem sinnvoll. Termine online über Doctolib oder telefonisch unter +49 221 66950300.

Fachlich geprüft von , Zahnarzt · Mitglied der DGZH · Zuletzt aktualisiert: 22. August 2026

Risiken und Grenzen der Parodontitis-Behandlung

Die Behandlung wirkt — aber sie macht nicht ungeschehen, was schon verloren ist. Das gehört vorher gesagt, nicht hinterher.

  • Das Zahnfleisch zieht sich nach der Behandlung oft zurück. Die entzündete Schwellung geht weg, die Taschen werden flacher — und die Zähne wirken länger als vorher. Das ist kein Rückschritt, sondern das Abheilen. Man sollte es nur wissen, bevor man es im Spiegel sieht.
  • Empfindliche Zahnhälse sind häufig. Meist vorübergehend, manchmal für einige Wochen. Es gibt gute Mittel dagegen; sagen Sie uns Bescheid, statt es auszuhalten.
  • Parodontitis ist behandelbar, nicht heilbar. Was an Knochen verloren ist, kommt in aller Regel nicht zurück. Ziel ist, den Abbau anzuhalten — nicht, ihn rückgängig zu machen.
  • Ohne Nachsorge kommt sie wieder. Die unterstützende Parodontitistherapie ist kein Zusatzangebot, sondern der Teil, an dem der Erfolg hängt. Wer die Termine ausfallen lässt, verliert den Gewinn der Behandlung.
  • Rauchen verschlechtert das Ergebnis — messbar und deutlich. Wir werten das nicht, aber wir verschweigen es auch nicht: Wer aufhört, bekommt eine andere Behandlung heraus.
  • Antibiotika sind nicht der Normalfall. Die Leitlinie rät ausdrücklich davon ab, sie regelhaft mitzugeben. Sie kommen in begründeten Einzelfällen infrage, nicht als Beschleuniger.
  • Manche Zähne sind nicht zu halten. Wenn der Knochenverlust zu weit fortgeschritten ist, ist es ehrlicher, das früh zu sagen und über Ersatz zu sprechen, als zwei Jahre lang zu behandeln und dann doch zu ziehen.

Grundlage: S3-Leitlinie „Die Behandlung von Parodontitis Stadium I bis III" von DG PARO und DGZMK (AWMF 083-043, Stand 02/2021, Gültigkeit abgelaufen) — die deutsche Umsetzung der Leitlinie der European Federation of Periodontology.

Für wen die Behandlung sinnvoll ist — und was vorher passiert

Eine Parodontitis-Behandlung beginnt nicht mit dem Instrument, sondern mit dem Befund. Erst danach steht fest, was zu tun ist.

  • Der Befund kommt zuerst. Parodontaler Screening-Index, Sondierung an jedem Zahn und, wo nötig, eine Röntgenaufnahme. Ohne diese drei Schritte lässt sich weder das Stadium bestimmen noch die Behandlung planen. Ein Speicheltest kann ergänzen; ersetzen kann er sie nicht.
  • Sinnvoll, wenn Zahnfleisch beim Putzen blutet, sich zurückzieht, Zähne wandern oder locker werden — und auch dann, wenn nichts davon spürbar ist, der Befund aber Taschen zeigt. Parodontitis tut lange nicht weh.
  • Besonders wichtig bei Diabetes. Beide Erkrankungen beeinflussen sich; eine eigene Leitlinie befasst sich damit. Wer Diabetes hat, sollte den Zahnhalteapparat regelmäßig kontrollieren lassen.
  • In der Schwangerschaft möglich und oft angezeigt. Hormonell steigt das Risiko für Zahnfleischentzündungen. Den Zeitpunkt und den Umfang stimmen wir mit Ihnen ab.
  • Was die Kasse zahlt: Seit dem 1. Juli 2021 ist die systematische Parodontitistherapie eine Kassenleistung mit eigenem Behandlungsweg — vom Aufklärungsgespräch über die Instrumentierung bis zur unterstützenden Nachsorge in festgelegten Abständen. Der Behandlungsplan muss vorher genehmigt werden; das dauert einige Wochen und ist kein Aufschub aus unserem Haus.
  • Was bei Angstpatienten anders ist: Die Behandlung lässt sich in kurze Abschnitte teilen. Auf Wunsch mit Lachgas oder zahnärztlicher Hypnose, immer mit vereinbartem Stopp-Signal. Vollnarkose und Dämmerschlaf bieten wir nicht an.

Grundlage: S3-Leitlinie „Die Behandlung von Parodontitis Stadium I bis III" (AWMF 083-043), S2k-Leitlinie „Diabetes und Parodontitis" (AWMF 083-015) sowie die Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses zur systematischen Behandlung von Parodontitis, in Kraft seit dem 1. Juli 2021.