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Risiken und Grenzen der 3D-Aufnahme

Eine DVT-Aufnahme zeigt mehr als jedes andere zahnärztliche Röntgenbild. Genau deshalb wird sie nicht bei jedem gemacht.

  • Es ist eine Röntgenaufnahme. Die Strahlendosis liegt über der eines Einzelbildes und über der einer Panoramaaufnahme, aber unter der einer Computertomographie des gleichen Bereichs. Wie hoch sie ausfällt, hängt vom Gerät und vom eingestellten Bildbereich ab — je kleiner der Bereich, desto weniger.
  • Jede Aufnahme braucht eine Begründung. Das Strahlenschutzrecht verlangt die rechtfertigende Indikation: Der Nutzen im Einzelfall muss das Risiko überwiegen, und ein einfacheres Verfahren darf die Frage nicht ebenso gut beantworten. Ohne diese Begründung wird nicht aufgenommen.
  • Kein Vorsorge-Rundumblick. Eine DVT wird nicht routinemäßig und nicht auf Wunsch ohne Fragestellung gemacht. Wer eine 3D-Aufnahme „zur Sicherheit" möchte, bekommt von uns zuerst die Frage, was sie beantworten soll.
  • Metall stört das Bild. Kronen, Stifte und Füllungen erzeugen Streifen und Auslöschungen. In ihrer Nähe kann die Aufnahme weniger aussagen als erhofft.
  • Was mit abgebildet wird, muss auch beurteilt werden. Eine DVT zeigt Bereiche, nach denen niemand gefragt hat — Kieferhöhlen, Nasengänge, Halswirbelanteile. Auffälligkeiten dort werden befundet und gegebenenfalls weitergegeben. Das ist Pflicht und gelegentlich der Anlass für eine Überweisung, mit der niemand gerechnet hat.
  • Bei Kindern und Jugendlichen besonders zurückhaltend. Wachsendes Gewebe reagiert empfindlicher. Hier gilt die Begründungspflicht in besonderem Maß.
  • In der Schwangerschaft nur, wenn es nicht warten kann. Sagen Sie uns eine bestehende oder mögliche Schwangerschaft vorher — auch dann, wenn Sie nicht sicher sind.

Grundlage: S2k-Leitlinie „Dentale digitale Volumentomographie" von DGZMK und der Arbeitsgemeinschaft für Röntgenologie (AWMF 083-005, Stand 02/2023) sowie Strahlenschutzgesetz und Strahlenschutzverordnung.

Wann eine DVT sinnvoll ist — und wann das Einzelbild reicht

Die 3D-Aufnahme ist dann richtig, wenn eine räumliche Frage zu beantworten ist. Für alles andere gibt es strahlenärmere Wege.

  • Sinnvoll bei der Implantatplanung, wenn Knochenangebot, Knochenbreite und der Verlauf des Unterkiefernervs genau bekannt sein müssen. Der Sicherheitsabstand zum Nerv lässt sich zweidimensional nicht zuverlässig bestimmen.
  • Sinnvoll vor der Entfernung verlagerter Zähne, vor allem bei Weisheitszähnen mit enger Lagebeziehung zum Nervkanal.
  • Sinnvoll bei schwieriger Wurzelkanalanatomie, bei hartnäckigen Entzündungen an der Wurzelspitze und vor einer Wurzelspitzenresektion.
  • Sinnvoll bei knöchernen Fragen am Kiefergelenk und bei der Abklärung unklarer Befunde in Kiefer oder Kieferhöhle.
  • Nicht sinnvoll zur Kariesdiagnostik und zur routinemäßigen Beurteilung des Zahnhalteapparats. Dafür sind Einzelbilder und die Sondierung genauer und strahlenärmer.
  • Was die Kasse zahlt: in der Regel nichts — die DVT ist eine private Leistung. Sie erfahren die Kosten vor der Aufnahme; eine bereits andernorts angefertigte Aufnahme können wir häufig übernehmen, statt neu zu belichten.
  • Was bei Angstpatienten anders ist: Die Aufnahme dauert weniger als eine halbe Minute, Sie stehen oder sitzen aufrecht, es wird nichts in den Mund eingebracht und es tut nichts weh. Für viele ist sie deutlich angenehmer als ein Einzelbild mit Sensor.

Grundlage: S2k-Leitlinie „Dentale digitale Volumentomographie" (AWMF 083-005, Stand 02/2023) sowie die S3-Leitlinie „Dentale Volumentomographie in der Implantologie" (AWMF 083-011).